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Chronik - Freiwillige Feuerwehr Blofeld e.V. 1938



Vor der Gründung

Lange Zeit vor der Gründung der jetzt bestehenden Freiwilligen Feuerwehr war man sich in Blofeld darüber einig: „Wenn das Haus des Nachbarn brennt, ist zu helfen wo es nur irgendwie geht". Denn das eigene Haus ist ja dann der gleichen Gefahr ausgesetzt.

Aus alten Aufzeichnungen des Jahres 1890 ist zu entnehmen, dass jede Gemeinde bis zu einer Einwohnerzahl von 400, so auch Blofeld, eine Druckspritze zur Brandbekämpfung anschaffen musste. Im Jahre 1890 wurde in Blofeld eine Bedienungsmannschaft ins Leben gerufen, welche an dieser Spritze übte, und im Falle eines Brandes mit dieser Druckspritze dem Feuer zu Leibe rückte. Als Kommandant fungierte bis 1906 Wilhelm Fischer III.

Von 1906 bis 1914 hatte Hermann Nohl dieses Amt inne. In der Zeit des 1. Weltkrieges 1914 bis 1918 wurde die Brandbekämpfung von älteren Feuerwehrmännern durchgeführt, welche nicht zum Kriegsdienst herangezogen waren.

Da man in Blofeld bestrebt war, sich auf dem Gebiet des Feuerschutzes ständig zu verbessern, waren laufend Neuanschaffungen notwendig. Im Jahre 1906 wurde die Druckspritze gegen eine Saug- und Druckspritze ausgetauscht.

1908 wurde von der Gemeinde eine tragbare Schiebeleiter gekauft, da man sich bisher mit einfachen Baumleitern behelfen musste. Im Jahre 1917 wurde die Ausrüstung der Feuerwehr durch die Anschaffung eines Hydrantenwagens verbessert. 1919 wurde Karl Hess Kommandant der Blofelder Feuerwehr, die damals als Pflichtfeuerwehr bestand.

Freiwillige Feuerwehr Blofeld e.V. 1938

Nach vielen Jahrzehnten Blofelder Pflichtfeuerwehr wurde am 29. Mai 1938 die Freiwillige Feuerwehr Blofeld ins Leben gerufen. Anwesend zu dieser Gründungsversammlung waren: Kessel, Regierungsrat vom hessischen Kreisamt Büdingen, der Kreisfeuerwehrführer Klein, der Blofelder Bürgermeister Schäfer, der Wehrführer von Ranstadt Grauling, der Wehrführer von Ober Widdersheim Krämer und die Gemeinderatsmitglieder Hirsch und Barthel.
Diese Neugegründete Freiwillige Feuerwehr wurde von Karl Hess geleitet.

Während des 2. Weltkrieges wurden zum Feuerschutz in Blofeld 14 Frauen herangezogen, da die Männer zum größten Teil ihren Dienst an der Front versehen mussten. Alte Aufzeichnungen und alte Erzählungen besagen, dass diese Frauenfeuerwehr ihren männlichen Kollegen in nichts nachstand.

Am 1. 11. 1949 wurde von den aus dem Krieg heimgekehrten Männern, aus einigen nach Blofeld verschlagenen Flüchtlingen und aus den nun herangewachsenen Jugendlichen, die Freiwillige Feuerwehr Blofeld wieder ins Leben gerufen. Zum Kommandanten wurde Karl Müller gewählt.

Man war auch nach dem Kriegsende stets darauf bedacht, die Ausrüstung und den Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehr Blofeld zu verbessern. 1956 wurde ein TSA (Tragkraftspritzenanhänger) angeschafft. Die Blofelder Wehr war mit diesem Anhänger nun sehr beweglich geworden. Als Zugmaschine diente ein Traktor.

1955 trat Ortsbrandmeister Karl Müller, so nannte sich der Feuerwehrkommandant nun, aus beruflichen Gründen zurück.
Als neuer Ortsbrandmeister wurde Otto Schultheis gewählt.

1963 erbautes Feuerwehrgerätehaus

1961 wurde eine TS (Tragkraftspritze) 8/8 angeschafft. 1962 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrgeräte- hauses begonnen. Dieses Feuerwehrgerätehaus wurde zum größten Teil (das Geld in der Gemeinde war knapp) in Eigenhilfe errichtet, und konnte im Mai 1963 seiner Bestimmung übergeben werden.

Da im Jahre 1963 die Freiwillige Feuerwehr Blofeld ihr 25jähriges Jubiläum feiern konnte, wurde ein großes Feuerwehrfest geplant. Diesem Feuerwehrfest, dem ersten Fest in Blofeld seit Menschen Gedenken, sah die Bevölkerung von Blofeld mit gemischten Gefühlen entgegen. Es schien den meisten Leuten ein Unding, dass eine so kleine Gemeinde wie Blofeld (200 Einwohner) ein Feuerwehrfest größeren Ausmaßes abhalten konnte. Die Verantwortlichen, welche Pionierarbeit leisten mussten, freuten sich umso mehr, als man das Blofelder Feuerwehrfest 1963 als vollen Erfolg bezeichnen konnte. Denn, dass man in Blofeld feiern kann, zeigt schon der Blofelder Vaddertag (Himmelfahrt), den man seit vielen Jahren in Blofeld feiert und der über die Kreisgrenze hinaus bekannt ist.

Im Jahre 1967 übernahm Kurt Hess die Wehr. Otto Schultheis war inzwischen Bürgermeister geworden. Rudi Strahl wurde zum stellv. Ortsbrandmeister gewählt. Geräte und Ausrüstung wurden ergänzt, ein großer Teil erneuert. Großen Wert wurde von der Führung auf die Ausbildung und Schulung der Feuerwehrmänner gelegt. Junge Männer waren voller Tatendrang und Eifer im Feuerwehrdienst. So blieb es schließlich nicht aus, dass auch Fahrzeuge moderner werden mussten.

Mit einem TSA und einem Traktor war der Bandschutz nicht mehr zu versehen, man denke nur an die Gefahren des Mitfahrens auf diesem Gefährt, das Schnellste war es gerade auch nicht.

Das zum TSF umgebaute Postfahrzeug.

An ein neues Feuerwehrfahrzeug war aber überhaupt nicht zu denken. Eine finanzschwache Gemeinde, eine arme Feuerwehr, wer sollte ein Fahrzeug bezahlen? Durch viel Opferbereitschaft, ungezählte Arbeitsstunden und Idealismus wurde der Geldmangel ausgebügelt. Durch das Feuerwehrfest 1963 war die Freiwillige Feuerwehr zu etwas Geld gekommen und kaufte zwei ausgediente Postfahrzeuge (Opel Blitz). Aus diesen beiden Fahrzeugen war bald ein Feuerwehrfahrzeug (TSF = Tragkraftspritzenfahrzeug) geworden, selbstverständlich rot und nicht mehr gelb

Die Aktiven waren nun noch mit mehr Eifer bei der Sache. Der Mitgliederstand ging in diesen Jahren bis heute sprunghaft in die Höhe. Von 42 Mitgliedern im Jahre 1968 auf 138 Mitglieder im Jahre 1978. Die Einwohnerzahl ging in diesem Zeitraum zumindest bis 1972, zurück.

In Eigenhilfe erstelltes Feuerwehr-Gemeinschaftshaus

Im Jahre 1973 begann die Freiwillige Feuerwehr sich in Eigenhilfe einen Gemeinschaftsraum zu bauen. Als dann der Vereinskasse die Puste ausging, sprang die Stadt Reichelsheim; Blofeld war inzwischen Stadtteil der Stadt Reichelsheim geworden, mit finanzieller Hilfe für das Material ein. Der Gemeinschaftsraum mit Toiletten für den Himmelfahrtstag wurde 1974 eingeweiht. Die Feuerwehr hatte nun ein Zuhause für Versammlungen, Unterrichte und. Sitzungen.

Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Beienheim, Blofeld, Dorn-Assenheim, Heuchelheim, Reichelsheim und Weckesheim zur Stadt Reichelsheim, rückten auch die Feuerwehren näher zusammen, und nach dem Inkrafttreten des Brandschutzhilfeleistungsgesetzes war die Wahl eines Stadtbrandinspektors notwendig geworden. Kurt Hess wurde 1973 zum Stadtbrandinspektor gewählt, Friedel Schmidt trat an seine Stelle als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Blofeld.

Durch dieses Brandschutzhilfeleistungsgesetz war es auch möglich geworden, dass Wehrführer und 1. Vorsitzender zwei Personen sein konnten. 1. Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr blieb Kurt Hess.

Die Jugendfeuerwehr wurde am 23. September 1974 gegründet. Geleitet wurde die Jugendfeuerwehr damals von Alfred Stede als Jugendfeuerwehrwart und Max Wachter als Jugendgruppenleiter. Zu den ersten Mitgliedern gehörten: Jürgen Götz, Leo Hess, Hermann Hess, Karlheinz Stede, Peter Ullrich, Holger Herzberger, Uwe Gorzell und Hubert Diehl.

Im Jubiläumsjahr 1978 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Blofeld ein neues TSF, denn das Eigenbaufahrzeug hat endgültig ausgedient. Es hat immerhin ein stolzes Alter von 25 Jahren erreicht. Dem Verein wurde außerdem eine neue Fahne geweiht.